Warum Bindung so wichtig ist

Wenn sie einen Welpen zu sich nehmen, dann sollte es nicht nur ihr vordringliches Anliegen sein, ihn schnell stubenrein zu bekommen, ihm das Anspringen und das zu feste Beißen in die Hände abzugewöhnen, ihm schon „Sitz", etc. beizubringen. Ebenso wichtig in den ersten Lebenswochen ist es, dass sie eine Bindung zu ihrem Hund aufbauen.

 

Was bedeutet Bindung ?

Bindung meint, dass zwischen ihnen und ihrem Hund ein festes Band gegenseitiger Zuneigung und Vertrauen geknüpft wird. Bevor der Welpe zu ihnen kam, hat er zu seiner Mutter und seinem Züchter schrittweise eine Beziehung aufgebaut, die davon geprägt war, dass der Welpe sich aufgehoben gefühlt hat, seine Geschicke sozusagen vertrauensvoll in die Hände/Pfoten anderer legen konnte.

Wenn der Welpe nun da herausgenommen wird, werden sämtliche entstandenen Bindungen schlagartig abgebrochen und dass in einer Phase – egal ob sie ihn bereits in der achten oder erst in der zehnten Woche zu sich holen – in der er seelisch enorm verletzlich ist.

Deswegen müssen sie alles daran setzen, dass der Welpe eine Bindung an sie entwickelt: Sie müssen zu seinem bevorzugten Sozialpartner werden, dem er voll und ganz vertrauen kann.

 

Warum ist Bindung so wichtig ?

Nur ein Hund, der in sicherer Bindung zu seinem menschlichen Sozialpartner lebt, kann sich den anstrengenden Dingen des alltäglichen Lebens stellen. Er empfindet seinen Menschen als sicher Burg, von der aus er seine Erkundungszüge starten und zu der er immer wieder zurückkehren kann, wenn es ihm zu mulmig wird. Ein Hund, dem es aufgrund fehlender oder mangelnder Bindung zu seinem Besitzer an Vertrauen fehlt, lebt zeitlebens in permanenter Angst und Fluchtbereitschaft.

Aber aus noch einem Grund ist Bindung wichtig: Ein Hund, der eine gute Bindung zu seinem Besitzer hat, ist viel stärker motiviert, etwas mit diesem und für diesen zu machen. Und das bedeutet wiederum, dass eine gute Bindung die Grundlage aller Erziehungsbemühungen ist. Sie können dem Hund auf spielerische und motivierende Art und Weise klar machen, was sie von ihm wollen.

 

Wie können sie die Bindung zu ihrem Welpen fördern ?

Der Welpe teilt mit ihnen ihren Alltag. Er lebt natürlich im Haus, wird zum Schlafen auch nicht weggesperrt.

Den Alltag teilen heißt auch, ihn an dem teilhaben zu lassen, was sie so unternehemen: einkaufen gehen, Freunde besuchen, Essen gehen, Hausarbeiten – zur Arbeit kann man seinen Hund ja leider nur in den seltensten Fällen mitnehmen

Körperkontakt ist ganz wichtig: er darf auf ihrem Bauch oder an ihr Bein gekuschelt schlafen, er wird gestreichelt und liebkost. Wenn sie nicht möchten, dass ihr Hund mit auf dem Sofa liegt, so setzen oder legen sie sich einfach zu ihm auf den Boden.

Sprechen sie viel mit ihm in einem sehr freundlichen, eher leisem Tonfall. Blicken sie ihn dabei freundlich an, lächeln sie ihren Hund auch an. Ihr Gesicht soll zum wichtigsten Orientierungspunkt für ihn werden – aus dem kann er ablesen, wie momentan gerade die Stimmung ist. Er kann dann z.B. allein von ihrem Gesichtsausdruck ablesen, ob er eine Sache richtig gemacht hat.

Spielen sie täglich mehrmals mit ihm und denken sie sich immer neue Spiele aus, die ihn auch fordern. Spielen sie spiele direkt an ihrem Körper: Also z.B. einen Ball durch die Beine werfen, sich mit dem Hund kugeln, eine Beißwurst (o.ä.) in die Kniekehle stecken, wo der Welpe sie heraus zergeln muss etc.

Stellen sie dem Welpen kleine Anforderungen, die er meistern kann und loben sie ihn dafür ganz überschwänglich. Zeigen sie ihm, wie stolz sie auf seine Leistung sind – wenn er es z.B. geschafft hat, auf einem Baumstamm zu balancieren, sich getraut hat, durch ein Rohr zu kriechen etc.

Überfordern sie den Welpen nicht, sondern schauen sie genau hin, was sie ihm zumuten können. Der Maßstab ist nicht, was andere Welpen sich schon trauen oder schon können, sondern der Entwicklungsstand und die Persönlichkeit ihres Welpen.

Gehen sie beim „Spazieren gehen" nicht einfach so neben ihrem Welpen her, der sich still für sich vergnügt, sondern machen sie etwas gemeinsam: Einen plötzlichen Spurt, einen Abhang hinauf klettern, auf Baumstämmen balancieren, verstecken spielen.

Halten sie ihrem Welpen gegenüber emotionale Kontrolle: Lassen sie ihren Ärger, den sie von der Arbeit mit nach Hause bringen, nicht am Welpen aus.

Bleiben sie ihrem Welpen gegenüber immer konsequent auf einer Linie, was Gebote und Verbote betrifft. Ungerechtes Verhalten ihrerseits zerstört das Vertrauen des Welpen in sie – er muss sich auf ihre Zuverlässigkeit verlassen können.

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©Beatrix Zeisberg